BIO

Fins „How will our hero get out of this one?“


Bei Andi Fins hängen die Geschichten neben zwitschernden Vögeln draußen im Pflaumenbaum, während sich drinnen der „Boy Of Summer“ wie die schmutzige Bettwäsche eines verlassenen Hotelzimmers fühlt. Im „Castle Of Candies“ wird jemandem Lebenszeit im falschen Traum von seiner Swatch vertickt, die 40.000 Meter tiefer tauchen könnte, hätte Aunt Merilyns Erbe ihn nicht in den Pool geschubst. Pläne gehen im Rauch eines Tages unter, an dem es viel zu tun gibt, man aber nichts mit sich anzufangen weiß. Aber trotzdem: „What Are We Gonna Do Tonight?“ – außer über die Zufälle nachzudenken, die vielleicht doch keine sind. Oder warum trifft sich dieses längst getrennte Paar in „Somewehre Else“ immer wieder in schlaflosen Nächten, statt sie gemeinsam zu durchzechen?

Auf HOW WILL OUR HERO GET OUT OF THIS ONE? hat dieser zwar alles vor, aber eben auch alles mögliche hinter sich. In Anti-Helden-Manier stürzt er sich ins Gerangel aus Melancholie und der Hoffnung darauf, dass ihm jemand mit einem Schokoriegel in der Hand an der nächsten Ecke den Weg Richtung Ausweg zeigt. (Alexandra Lauck)

 Release: 29. Juni 2018

All Songs written and produced by Andi Fins

Drums: Hanno Stick, Marcel Römer and Stefan Wittich
Guitars: Jan Terstegen
All Voices, Pianos, Synths and Basses: Andi Fins
Mixed by Zodiaque
Mastered by Markus Abendroth
Cover Artwork: Anne Krausz
Label: From A Mountain Records

ENGLISH BIO


Andi Fins is a Berlin based artist.

Growing up in the middle of nowhere in the bavarian countryside he was longingly looking out for a place to go and make some music. So he moved to the german capital and since then he has been working as a pianist/ keyboarder/ writer for many well-known german artists catching lots of inspiration and making a living out of it.

After his first two albums as „Fins“ („A Chapter Missing its Book“ and „Dreamer“ ) some of his songs like „Out of sight“ or „As long as you stay“ made their way to quite a lot of loyal fans and radio stations around, trendsetting TV shows and hot spotify playlists. 

His third and latest record „How Will Our Hero Get Out of This One?“ he produced all alone in his cosy flat during the months of winter and spring in the middle of vibrant Berlin city. He´s playing his black old upright, his synths and basses, inviting his favorite drummer friends and singing about the little heros which we´d like to take by the hand sometimes helping them out of the horns of dilemma.

 Release: 29th of June 2018

All Songs written and produced by Andi Fins

Drums: Hanno Stick, Marcel Römer and Stefan Wittich
Guitars: Jan Terstegen
All Voices, Pianos, Synths and Basses: Andi Fins
Mixed by Zodiaque
Mastered by Markus Abendroth
Cover Artwork: Anne Krausz
Label: From A Mountain Records

FINS „DREAMER“ – DRIVE LIKE IT’S 1985

Ich habe kürzlich „Out of Sight“ von FINS in einem übervollen Club gehört, nicht live, von Konserve, wie man sagt, in der Umbaupause zwischen zwei Bands. Durch das Geplapper der Kloschlange, die Geschäftigkeit der Bar, das Schnaufen, Lachen, Rein- und Rausdrängen der Besucher arbeitete sich dieses kristalline Stück Popmusik, bis jeder mal kurz gedacht hatte: cool, was war das nochmal?
Und während die Raucher-grüppchen vor der Tür über Mietenmondpreise im Friedrichshain sprachen, träumten sich drin FINS zurück nach 1985, in die Zeit, als Prefab Sprout für ihr Album Steve McQueen auf einem alten Triumph-Motorrad posierten.

Heute ist es ein Volvo aus Papis Zeit, den Andi Fins im Video zu „Out of Sight“ durch Kreuzberg steuert, wohlgemerkt mit drei Models auf dem Rücksitz.
Andi parkt die Karre vor einem Studio, in dem Menschen mit Sehnsucht nach Synchronizität jener Bewegungsart nachgehen, die Jane Fonda vor ca. 40 Jahren berühmt machte: Aerobic.
Die begabteste unter den Tänzern ist Andis Angebetete, zufällig ist die ganze FINS-Band anwesend, also widmet er der Liebsten, begleitet von seinen Freunden die Zeilen:

„comfort me
while I dry your tears now
stay with me,
don`t start a fight now
for you it`s either lose or win
you play for all or nothing“

Volvo out of Sight

Und hier ist sie auch schon, FINS’ Zauberformel. Was textlich nachdenklich anmutet, wird musikalisch sehr eingängig formuliert und zwingt höflich zum sich dazu Bewegen, Prinzip Hit mit doppeltem Boden.

„Out of Sight“ ging denn auch den Weg, den Hits seit Beginn des Zeitalters der technischen Reproduzierbarkeit einschlagen: über die Tanzflure, durch die Radios ins Fernsehen (das heißt nur heute Internet). Bisheriger Höhepunkt der jungen Bandkarriere war neulich ein Auftritt im Neo Magazin Royale. Dessen Host, der geniale Schlingel Jan Böhmermann empfahl die Band heissestens.

Der Stein rollt also, den Berg der Arbeit runter, Richtung Tal, wo Milch und Honig fliessen. Es läuft bei FINS, warum dann überhaupt so ein Promowisch?
Na vielleicht, um zu erzählen, wo dieses Schmuckstück herkommt und durch wessen Hände es schon gegangen ist.

Funfact vorweg: Fast alle Mitglieder dieser Band haben live und auf der Bühne bereits mit etlichen Größen der deutschen Poplandschaft gearbeitet. Wer sich für sowas interessiert, schliesse bitte ein GALA-Abo ab. Den Rest lassen wir Andi Fins selbst erzählen:

3

„Ich kenne Philipp am längsten, hab mit ihm zusammen in Weimar Klavier studiert.
Wir hatten zusammen eine Spaßband namens „Der Kartell“, in der ich Bass gespielt habe, weil Philipp einfach der geilere Keyboarder war.
Wir haben Manuela, Jimi Hendrix, Cannonball Adderley, Madonna, alles gecovert und frei interpretiert…
Nach Weimar hat jeder alles mögliche gemacht, ich hab anfangs in Berlin Fernseh-Requisite gemacht und gefühlte 4000 Jazz-Sängerinnen auf Gala-Shows begleitet, war auch mal auf einem Kreuzfahrtschiff…
Ich habe dann lange mit Tim Neuhaus’ Band Musik gemacht, irgendwann endlich selbst meine erste eigene Platte „A Chapter Missing its Book“ aufgenommen.“

Das war 2012, Christoph Bernewitz war auf den Aufnahmen von „A Chapter Missing Its Book“ schon zu hören gewesen, Philipp Cieslewicz (Keyboards) und Jan Burkamp (Drums) kamen für die Live-Umsetzung des Albums dazu. Aus Begleitmusikern wurde eine Band, aus Andi Fins wurde FINS. Andi schrieb neue Songs. In der Band arrangierte und spielte man sie rund bis alles gordisch ineinandergriff. Aus traurigschönen Songs wurden, huch, krasse Popnummern, Musik in Grossbuchstaben, vielleicht das Beste seit Sting The Police verlassen hat.

Aufgenommen wurde das Album „Dreamer“ in der Nalepastraße in Berlin/Köpenick im berühmten ehemaligen Funkhaus der DDR. Peter Thomas und Markus Abendroth von Zodiaque nahmen sich dort gemeinsam mit Andi Fins der Produktion an und mischten die Platte.

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Der kanadische Singer-Songwriter Martin Gallop ging Andi beim Schreiben der Texte zur Hand, hat also maßgeblichen Anteil an der Tiefe dieses Albums.
To pop heisst auf englisch platzen, wie z.B. eine Seifenblase nach sekundenlangem Schillern es tut, der Pop auf dem Debut von FINS aber ist ein Entwurf, der Bestand haben kann, mit Melodien und Zeilen die nicht nur ob ihrer Eingängigkeit hängenbleiben, sondern weil sie Wahrheiten bergen.
Es wird viel bereut in den Liedern, aber ebenso auf die Sonne hinter den Wolken verwiesen. In „Walk Away“ etwa, das Drummer Jan Burkamp eindrucksvoll mit einem in the air tonight-Gedächtnisbreak einläutet, ermutigt der Sänger jemanden, seine Sachen zu packen und die Enge der Kleinstadt hinter sich zu lassen und beschreibt dessen Lage mit den Worten:

„A bark in the night, echoes of terror  
the hound’s at your feet
while you run around in circles
not a star in the sky
that hovers above the edge of town
where you die young boy“

Dass das meilenweit vom Hausmaus-Zweckreiminferno der meisten Chartshanseln entfernt ist, schreit einem aus jeder Zeile entgegen.
Und gemeinsam mit der Musik, die die vier Wahlberliner dazu machen gibt das oben beschriebene Zauberformel: pop music with a twist.

FINS lieben das Instrumentarium der golden era des Synthpop/Softrock, man glaubt auf „Dreamer“ die großen Raumschiffe der 80er Sternenflotte zu hören: Oberheim OBX, Roland Juno 60, Linndrum und das gute alte Chorus-Pedal. Diese Klänge schaffen die Patina auf diesem ansonsten musikalisch sehr heutigen Werk.

Andi Fins sitzt auf einem der neuen Fotos auf einem alten Mofa, das er wohl gegen den Volvo getauscht hat.

Drive like it’s 1985
(Francesco Wilking)